Bild: Wetterfahne

Andreasgemeinde Kiel-Wellingdorf

Geistliches Wort


Wo Leistung nicht lohnt

Unsere Gesellschaft ist auf das Leistungsprinzip aufgebaut. Im Sport, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Schule, wer am meisten bringt, setzt sich durch und steht oben. Schon im Kindergarten sollen die Kleinen anfangen, Englisch zu lernen, sich auf die Schule vorbereiten, damit sie später im Leben nicht scheitern. - Doch die Grenzen und Probleme werden sichtbar. Sportler dopen, schon Schulkinder klagen oft über Kopfschmerzen, Politiker kupfern ihre Doktorarbeiten irgendwo ab und heucheln Erfolg und Lösungskompetenz.

Da ist ein Mensch, der ehrlich zu seinen Schwächen und Grenzen steht und darin ganz gelassen und vergnügt ist, eine starke Botschaft. Gott will, dass Du so einer sein sollst. Einer, der sagt: Ich verstehe das Leben auch nicht besser als meine Mitmenschen. Aber ich weiß, dass es von Gott getragen ist. Ich bin nicht besser als andere Menschen, die nicht an Gott glauben. Aber ich habe eine bessere Perspektive. Ich lebe nicht wegen meiner Leistung und Fähigkeit. Ich lebe durch die Liebe Gottes.

Geliebt, wertvoll, gebraucht auch ohne Leistungsfähigkeit. Das ist christliche Botschaft, so ist Gottes Sinn. Soll das wirklich nur in den ersten 6 Jahren des Lebens gelten, und danach zählt nur noch, ob du die Latte reißt oder nicht?

Lieber Leser, denke nicht, dass das eine simple Botschaft ist. Wir sind geprägt vom Leistungsdenken. Danach urteilen und verurteilen wir. Wir müssen es einüben, die Welt mit Gottes Augen zu sehen. Vielleicht jeden Tag sich einmal sagen: Ich bin von Gott wunderbar geschaffen, von Christus unendlich geliebt, vom Heiligen Geist einmalig begabt - und die Menschen in meiner Umgebung wunderbarerweise auch. – In diesem Sinne wünsche ich frohes Schaffen mit dem Bibelwort des Jahres 2012:

Jesus Christus spricht:
Meine Kraft ist
in den Schwachen mächtig.

2. Korinther 12, 9

Ihr Pastor Dr. Johannes Pörksen



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